Weihnachtskonzert 2022

Bericht von Annette Lübbers

One candle – one light

Nach drei Jahren Pause hat das Neue Meppener Vocalensemble unter der Leitung ihres Chorleiters Jason Weaver in der voll besetzten Propsteikirche wieder ihr traditionelles Weihnachtskonzert geben können.

Zu harmonischen Klängen am Klavier zog das Vocalensemble zu Beginn von allen Seiten in die Kirche ein, wobei jedes Chormitglied eine Kerze an einzelne Gäste aus dem Publikum verschenkte.

Im Anschluss an diesen stimmungsvollen Einzug wurde das Lied „One candle – one light“ gesungen, welches sich harmonisch einfügte.

Auch wenn die Stimmen in diesem allerersten Lied hier und da noch ein klein wenig flackerten, erfüllte von Begínn an ein beeindruckender Chorklang die Kirche bis hin zur letzten Reihe.

„Man singt nur mit dem Herzen gut“, hatte die Vorsitzende des Chores in ihrer Begrüßung in Anlehnung an das Buch vom „Kleinen Prinzen“ als wichtige Voraussetzung dafür benannt, dass nur auf diese Weise das Wesentliche hörbar gemacht wird. So hatte Jason Weaver es dem Chor zuvor in den Proben mit auf den Weg gegeben und dies gelang dem Meppener Vocalensemble während des gesamten Konzertes.

Gut vorbereitet, konzentriert und in sichtbar freudiger Erwartung präsentierten die ChorsängerInnen eine Mischung aus anspruchsvoll arrangierten bekannten und weniger bekannten Advents- und Weihnachtsliedern. Aber auch weitere Lieder, die man vielleicht dort nicht erwartet hätte, passten thematisch wunderbar in das bunte Programm, das gleichermaßen englisches als auch deutsches Liedgut aufwies.

Der positiv gestimmte Chorsatz des bekannten Liedes „What a wonderful world“ konnte so z. B. in seiner stimmlichen Leichtigkeit und seinem Optimismus überzeugen und tat gerade in dieser Zeit allen ZuhörerInnen gut.

Besondere Gänsehautmomente bescherten die Lieder „Mary, did you know“ und „Heilige Nacht“, letzteres in der deutschen Version. In der Weihnachtsballade „Mary, did you know“ wird Maria, die ihr Kind in den Armen hält, eindrucksvoll vorhergesagt, welche Wunder ihr Kind in der Welt bewirken wird. Der Chorsatz baut sich hierbei langsam auf, zunächst stimmlich einfühlsam vorbereitend, in der Folge dann immer weiter anschwellend, brillant am Klavier begleitet, um schließlich stark und sicher intonierend in der Botschaft zu gipfeln, dass Marias Kind Gottes Sohn ist.

Auch das Lied „Heilige Nacht“ ging mit seiner Botschaft, dass „nie wieder Krieg die Antwort sein darf“ unter die Haut, nicht zuletzt durch den großartig umgesetzten musikalischen Aufbau des Chorsatzes, der sich in seiner Eindringlichkeit von Takt zu Takt steigerte und zärtlich klingend in der „Heiligen Nacht“ endete.

Fast schon schunkelnd daher kam das GrandPrix Stück „Halleluja“ und bescherte dem Publikum eine unbeschwerte Stimmung, genauso wie das Lied „Fröhliche Weihnacht“ in seiner jazzig angehauchten Version, das den „Tenor in Feierlaune“ in den Mittelpunkt stellte.

Alle Chorsätze des Abends, wunderbar eingerahmt und bereichert durch die sowohl besinnlichen als auch heiteren Worte des Moderators Otto Quaing, der das Thema: „Weniger kann eine Chance sein“ in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte, bescherten den ZuhörerInnen eine sichtbare Freude.

Mit einem gemeinsam gesungenen „O, du fröhliche“ und einer Zugabe endete nach 90 Minuten das Konzert des Meppener Vocalensembles.

Die Spenden aus dem Erlös der Eintrittskarten und der Einnahmen des Abends gehen an den SkF, dem Frauen- und Kinderschutzhaus in Meppen.

 

Plakat zum Konzert


Besuch des Chores Vanema aus Lettland

Bericht von Annette Lübbers

Hoher Besuch aus Lettland: „Laipni Gaiditi — Herzlich Willkommen, Vanema“

Mit diesen Worten begrüßte eine Abordnung des Meppener Vocalensembles die 31 lettischen ChorsängerInnen aus Tukums bei Riga, die nach einer langen Busreise müde aber gut gelaunt am 25.06. an ihrer Unterkunft im Emsland eintrafen.
Dieses musikalische Treffen war auf eine Initiative des aus den eigenen Reihen kommenden lettischen Mitsängers Ziedonis Stutins ins Leben gerufen und von beiden Chören im Anschluss lange vorbereitet worden. Alle freuten sich auf fünf gemeinsame Tage, an denen das Singen natürlich im Mittelpunkt stehen sollte.
Dass dies so ist, wurde schon nach kurzer Zeit deutlich. Nach einem gemeinsamen Essen mit dem Chor Vanema bedankte sich dieser spontan musikalisch. A capella erklang in der Unterkunft ein wunderschöner Chorgesang, der sofort erahnen ließ, welcher Kunstgenuss in den Folgetagen zu erwarten sein würde.
Am nächsten Tag stand dann morgens direkt ein Treffen beim Meppener Bürgermeister Herrn Knurbein an. Dieser hieß den Chor ebenfalls herzlich willkommen und äußerte große Freude darüber, dass es gelungen war, diesen in Lettland und über die Grenzen hinaus bekannten Chor in Meppen begrüßen zu dürfen. Darüber hinaus hoffe er, dass aus diesem ersten Treffen vielleicht eine langjährige Freundschaft erwachsen könne. Nach diesen herzlichen Worten und einem regen Austausch an Informationen bedankte sich der Chor erneut auf seine Art mit einem stimmungsvollen Ständchen. So etwas hatte es zuvor im Ratssaal noch nicht gegeben.
Am selben Nachmittag fand dann eine gemeinsame Probe mit dem Meppener Vocalensemble statt. Diese diente zur Vorbereitung des Konzertes, welches am selben Abend in der Propsteikirche unter dem Motto: Meppener Vocalensemble meets Vanema als absoluter musikalischer Höhepunkt des Aufenthaltes sehr erfolgreich durchgeführt wurde.
Trotz hoher Temperaturen besuchten an diesem Abend viele Freunde der Chormusik die Propsteikirche und kamen in den Genuss, ein Konzert der besonderen Art zu erleben.
Zu Beginn präsentierte sich das Meppener Vocalensemble unter der Leitung von Jason Weaver als Gastgeber mit zwei Stücken. Durch die beeindruckende Akustik in der Kirche, die deutliche Verstärkung der Stimmen innerhalb des letzten Jahres und vor allem auch durch das Dirigat ihres Chorleiters Jason Weaver gelang dem Vocalensemble mit „Never enough“ aus The Greatest Showman und „Thank you for the music“ von Abba ein gelungener Einstieg in das Konzert. Es folgten zwei gemeinsame Stücke, die jeder Chor für sich eingeübt hatte.
Ein gewaltiger Chor von nahezu 90 SängerInnen ließ die Stücke „My song“ von Eriks Esenvalds und „What wonderful world“ in einem Arrangement von Mark A. Brymer als gelungen vorgetragene „Gänsehautstücke“ in einer gesanglichen Einheit erklingen.
Im Anschluss daran sollte eigentlich der Wechsel zum Auftritt des Chores Vanema stattfinden, doch dieser verzögerte sich, denn das Meppener Vocalensemble hatte mit Hilfe ihres Mitsängers Ziedonis ein lettisches Lied eingeübt und ließ es für die völlig überraschten Gäste aus Lettland als Abschluss ihres Auftritts schwungvoll erklingen. Diese Überraschung schlug einige Takte später direkt in Begeisterung um und veranlasste den Chor Vanema mit einzustimmen. Spätestens jetzt war die musikalische Freundschaft zwischen den beiden Chören in der ganzen Kirche deutlich spürbar.
Als das Vocalensemble sich kurz darauf in die Zuhörerreihen begeben wollte, wurde es seinerseits überrascht, denn nun erklang ein Lied aus ihrem eigenen Repertoire „Tanzen und Springen“ von Hans Leo Haßler, welches von dem Chor Vanema in einem klaren A capella Gesang vorgetragen wurde.
Die Einstimmung in das Konzert war gelungen. In der kommenden Dreiviertelstunde folgte dann ein Auftritt des Chores Vanema, der alle Zuhörer in den Bann zog.
Viele Chorsätze wurden A capella vorgetragen, wobei das Repertoire von kirchlichen Stücken, über lettische Volksstücke bis hin zu spirituell klingenden Werken reichte.
In jedem Lied verschmolzen die einzelnen Stimmlagen zu einem scheinbar einheitlichen Ton, der die Propsteikirche mit seinem Klangvolumen füllte, wobei die dynamischen Schwerpunkte bei jedem Lied kunstvoll eingebunden wurden. Der Sopran brillierte in seinen Höhen und der Bass bildete einen starken Klangteppich, auf dem sich die SängerInnen aller Stimmen gefühlvoll und hochgradig konzentriert einbrachten und ihren Gesang zum Leuchten brachten.
Nach dem letzten Ton bedankte sich das Publikum mit Standing Ovations und mit einer großzügigen Spende für den Chor aus Lettland.
Am selben Abend wurde gefeiert, wobei auch hier der Chorgesang im Vordergrund stand.
Mit Gitarrenklang und guter Stimmung vermittelten sich beide Chöre gegenseitig Lieder und kommunizierten auf diese Weise den ganzen Abend ohne Probleme miteinander.
Am nächsten Tag stand zunächst der Besuch der Meyer-Werft auf dem Programm. Hierbei hatte der Chor mit „kleinen Booten“ gerechnet, die dort gebaut werden und war dann doch sichtlich überrascht, als sie alle den Kopf in den Nacken legen mussten, um die beeindruckenden Schiffe in ihrer ganzen Größe zu bewundern.
Am selben Abend fand in der Papenburger St. Antoniuskirche ein weiteres Konzert statt, dieses Mal ohne die Beteiligung des Meppener Vocalensembles.
Auch dieses zweite Konzert war ein voller Erfolg und der Chor wurde herzlich zu weiteren Auftritten in der Zukunft eingeladen.
Am nächsten Tag machte der Chor Vanema einen Ausflug nach Amsterdam.
Am Samstagvormittag wurde die Meppener Innenstadt genauer angeschaut. Unter der fachkundigen Leitung des Stadtführers und Mitsängers Peter Augustin bekamen die lettischen Gäste einen ausführlichen und detaillierten Einblick in die Geschichte Meppens. Hierbei wurde auch die Gymnasialkirche besichtigt.
Das Ständchen als Dankeschön erklang wieder von Herzen.
Am selben Abend stand der gemeinsame Besuch der Premiere von „Saturday Night Fever“ auf der Freilichtbühne auf dem Programm. In bunten Reihen mischten sich beide Chöre. In der Begrüßung von Jürgen Lilge wurde der Chor namentlich erwähnt. Den Abend und das tolle Stück genossen alle SängerInnen, denn auch hier konnte wieder festgestellt werden, dass durch die Musik Brücken gebaut werden und es deshalb kaum Verständigungsprobleme gab.
Dieser Abend war dann auch ein wunderschöner Abschluss einer spannenden Woche.
Als am nächsten Morgen der Chor Vanema mit einem Korb emsländischer Spezialitäten verabschiedet wurde, standen dem ein oder anderen Tränen in den Augen.
Beide Chöre winkten zum Abschied, ein schönes Bild, denn alle trugen das Freundschaftsband, welches zur Erinnerung und als Symbol der Vorfreude für den Gegenbesuch im Frühjahr nächsten Jahres angefertigt wurde, … natürlich in den Farben der lettischen Nationalflagge.

Plakat zu den beiden Konzerten